Verkehrsentlastende Massnahmen begleitend zum Ersatzbau Adenauerbrücke
24. März 2021

Stellungnahme zur Adenauerbrücke

Stellungnahme der SPD-Fraktion zur Adenauerbrücke

Dass die Adenauerbrücke ersetzt werden muss, ist unstrittig. Die Frage, ob der Ersatzbau sechs oder acht Spuren erhalten soll, wird letztlich nicht in Ulm, sondern im Bundesverkehrsministerium entschieden. Dennoch hat sie sich in Ulm zur „Gretchenfrage“ entwickelt. Für beide Varianten gibt es gute Argumente. Generell wäre es wünschenswert, dass der Durchgangsverkehr von der A7 und der A8 über das Kreuz Elchingen fährt anstatt durch Ulm/Neu-Ulm abzukürzen und nur acht Kilometer dadurch einspart. Hier könnten die Bemühungen noch verstärkt werden, den Fernverkehr zu leiten. Jedoch teilen wir die Auffassung des Verkehrsgutachters, dass eine achtstreifige Brücke nicht wesentlich mehr Verkehr anzieht. Die Darstellung der Argumente in der öffentlichen Diskussion war an manchen Stellen unklar. Wer die beiden Online-Veranstaltungen der Stadt versäumt hat, bekam manche Fakten nur unvollständig durch die Medien transportiert:

  • Die Baustelleneinrichtung benötigt den meisten Platz und kostet die meisten Bäume, egal ob die Brücke sechs oder acht Spuren bekommt. Während der Bauzeit kann bei einer Achtstreifigkeit jedoch eine leistungsfähige Verbindung gewährleistet werden.
  • Die Anzahl der zu fällenden Bäume ist bei acht Spuren nur unwesentlich größer.
  • Die Elektrifizierung der Südbahn wird ohnehin Bäume links und rechts der Adenauerbrücke kosten; hier müssen noch zahlreiche weitere Bäume, die zu nah an den Gleisen stehen, gefällt werden.
  • Eine Brücke mit acht Spuren ist weniger störanfällig im Verkehrsfluss, insbesondere für den Berufsverkehr und in der Folge den ÖPNV. Verkehrsbehinderungen und Unfälle werden deutlich reduziert.
  • Die innerstädtischen Donauübergänge (Herdbrücke, Gänstorbrücke) sowie der Innenstadtring werden entlastet.
  • Eine Brücke mit acht Fahrstreifen ermöglicht mehr Flexibilität im Hinblick auf künftige Verkehrsverhältnisse. Sie ermöglicht beispielsweise eine Trassenführung einer Straßenbahn in Richtung Wiblingen, eigene Busspuren bei eventueller Ausweitung des ÖPNV-Angebotes und das Anlegen eines Radschnellweges.
  • Die Lärmschutzmassnahmen entlang der Brücke werden vom Bund finanziert und entlasten somit den Ulmer Haushalt.
  • Die gläserne Lärmschutzwand auf der Brücke und der in den Ehinger Anlagen gestaltete Lärmschutzwall steigern die Aufenthaltsqualität für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen enorm.

Aktuell kommt der Fernlastverkehr von der B311 in Ulm durch die Iller- und Zinglerstraße zum Knotenpunkt Zinglerstraße/Bismarckring. Durch die Querspange werden die LKW zukünftig ab Erbach direkt auf die B30 geleitet und kommen dann auch über die Adenauerbrücke nach Ulm herein. Das bedeutet eine deutliche Entlastung der Iller- und Zinglerstraße und damit vieler Anwohner:innen, der Schulen und der Kirche. Uns überzeugt die Planung der Stadtverwaltung, den Knotenpunkt umzubauen und neu zu sortieren. Derzeit beherrscht der Autoverkehr den „Platz“ zwischen Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasium und Zinglerstraße. Die Furttenbachstraße soll nach den Planungen der Verwaltung zurückgebaut werden. Die Ehinger Anlagen würden dadurch vergrößert.

Die SPD-Fraktion wird unter diesen Gesichtspunkten am 24. März im Gemeinderat mehrheitlich dem Verwaltungsvorschlag zustimmen, einen achtspurigen Ersatzneubau der Adenauerbrücke zu unterstützen.

 

Eine sehr anschauliche Präsentation der Verwaltung zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema findet sich hier:

Präsentation der Stadtverwaltung zum Neubau

Hilfreich sind auch die FAQs:

Stadtverwaltung: „Fragen und Antworten“ zum Neubau