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Fluglärm über Ulmer Norden – Ansbacher schreibt an Verteidigungsministerin

Die Einwohner der Dörfer im Ulmer Norden, insbesondere von Mähringen leben seit Jahrzehnten mit Lärm durch die Bundeswehr, vor allem durch den Truppenübungsplatz auf dem Lerchenfeld. Wer nach Mähringen zieht, weiß also um die Nachbarschaft, deren Übungen zwangsläufig Geräusche produzieren. Die Nutzung des Lerchenfeldes ist dabei unterschiedlich intensiv. Anfang der 1980er Jahre wehrte man sich mehrere Jahre und letztlich erfolgreich gegen eine Panzerübungsstrecke, die durch das im militärischen Übungsgelände gelegene Naturschutzgebiet führen sollte. Neu sind jedoch seit einige Jahren die Anflugübungen durch militärische Hubschrauber: Diese fliegen über Mähringen das Lerchenfeld an und üben dort das kurze Aufsetzen. Eigentlich gibt es dafür festgelegte Flugzeiten. Um Mitternacht soll Schluss sein. Auch ein Anflugkorridor und die Anflughöhe ist genau vorgeschrieben. Wie Mähringer Bürger durch Videoaufnahmen nachweisen, halten sich die Helikopterbesatzungen oftmals an keine dieser Regelungen. „Insbesondere während des home schoolings in der Pandemie war dies für unsere Kinder eine enorme Belastung“, klagen Einwohner.

Nachdem Gespräche der Stadtverwaltung mit der örtlichen Bundeswehrverwaltung und sogar zwischen Oberbürgermeister Czisch und dem Standortältesten zu keiner deutlichen Verbesserung führten, schrieb SPD-Fraktionschef Martin Ansbacher nun an seine Parteifreundin Christine Lambrecht, die das Bundesverteidigungsministerium leitet: „Seien Sie sich gewiss, dass eine große Wertschätzung für die Bundeswehr und deren Soldaten in der Bevölkerung vorhanden ist“ meint Ansbacher, der auch Ulmer SPD-Vorsitzender ist. Mit Entstehen der Universität Ulm und deren Kliniken und der Gründung des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses sei auch Mähringen gewachsen und Pflegepersonal, zahlreiche Wissenschaftler und Mediziner wohnten nun dort. Das BwK sei von unschätzbarem Wert für die Versorgung der Zivilbevölkerung in der Region.

„Die Bevölkerung steht gewiss zu sehr großen Teilen hinter unserer Bundeswehr und sieht nicht erst seit Putins Einmarsch in die Ukraine die Notwendigkeit der Landesverteidigung“, macht Ansbacher der Ministerin deutlich. Der erhebliche Fluglärm schränke gleichzeitig jedoch die Lebensqualität des Wohnorts massiv ein. Der SPD-Stadtrat setzt sich in seinem Schreiben dafür ein, dass die Flugübungen die Umgebung und die Einwohner weniger tangieren und auch die Flugzeiten die allgemein übliche Nachtruhe berücksichtigen. „Wir bitten Sie als zuständige Ministerin herzlich darum, sich für eine solche Lösung einzusetzen und die erheblichen Beeinträchtigungen für die Anwohner abzustellen.“ so Ansbacher.

Begleitend dazu hat auch der für Ulm zuständige SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Gerster an seinen Fraktionskollegen Thomas Hitschler, den Parlamentarischen Staatssekretär im Verteidigungsministerium, geschrieben und den Ulmer Vorstoß unterstützt. Gerster und Ansbacher zeigen sich zuversichtlich, dass die Vorsprache an höchster Stelle im Ministerium eine Erleichterung für die Mähringer bringen wird.