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Stärkung der stationären und mobilen Jugendarbeit

Foto: Benjamin Stollenberg

Stärkung der stationären und mobilen Jugendarbeit

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die mobile Jugendarbeit stellt einen wichtigen Eckpfeiler in der Arbeit mit Jugendlichen dar. Sie geht dahin, wo Jugendliche ihre Lebenswirklichkeit in Peergroups und Cliquen wahrnehmen und versucht, sie genau dort abzuholen sowie ihre Probleme und Lebenswirklichkeit ernst zu nehmen. Sie kann im besten Fall wirksam sein beim Aufbau von Selbstwertgefühl und beim Wahrnehmen von Bindung. Die Fallzahlen sind kontinuierlich gestiegen.

Die Probleme werfen einen Blick auf unsere Gesellschaft und zeigen wie mit einem Brennglas die Themen der sozialen Arbeit, in die wir unsere Ressourcen investieren müssen (Wohnen, familiäre Probleme, Psychotherapie-Angebote, Ausbildung). Gerade nach Corona ist die Zahl der Jugendlichen, die Hilfe benötigen, stark angestiegen. Es ist unsere Aufgabe im Rahmen der Jugendhilfe, hier Angebote für die Jugendlichen zu schaffen.

In den Berichten der mobilen Jugendarbeit der Jahre 2020 und 2021 wurden wichtige Problemstellungen benannt, die sich vor den Haushaltsberatungen auf die Tagesordnungen des Jugendhilfeausschusses bzw. des Ausschusses für Bildung und Soziales niederschlagen müssen.

Im Vorfeld dieser Diskussion bitten wir darum, nachfolgende Fragen zu beleuchten und zur Diskussion zu stellen:

  1. Besonders in den Sozialräumen Böfingen und Wiblingen besteht ein verstärkter Bedarf an stationärer und mobiler Jugendarbeit. Deshalb brauchen wir hier jedes Angebot und jedes Jugendhaus. Aus diesem Grund ist es für den Sozialraum Wiblingen von großer Wichtigkeit, das Jugendhaus Schlosstal zu erhalten. Besonders möchten wir an dieser Stelle die Qualität dieses Angebots hervorheben. Außerdem besteht eine gewachsene Bindung der Jugendlichen an diese Einrichtung. Welche Vorschläge der Verwaltung gibt es, diese zu erhalten?
  2. Wir brauchen in der Jugendarbeit verstärkt Projekte, die sich an junge Mädchen richten, da es schwieriger ist, diese zu erreichen und sie sich von den Angeboten oft weniger angesprochen fühlen. Welche Projekte speziell für schwer erreichbare Mädchen sind geplant?
  3. Den Berichten der letzten Jahre ist zu entnehmen, dass relativ wenig Jugendliche unter 18 die Angebote nutzen, obwohl objektiv immer mehr Kinder und Jugendliche dieser Altersstufe Bedarf haben. Welche Angebote für diese Altersklasse sind in der mobilen und stationären Jugendarbeit in Planung? Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Schulen aus? Welche Angebote sind für die Altersstufe 14-18 geplant?
  4. Im Bericht wurde festgestellt, dass die rasant zunehmenden psychischen Probleme zu den Hauptproblemlagen der Jugendlichen gehören. Welche Hilfesysteme gibt es für diese Jugendlichen?
  5. Im Bericht für 2021 der mobilen Jugendarbeit steht: „Zudem konnten seit November 2021, befristet bis Dezember 2022, drei Mitarbeiter*innen ihre bestehenden Stellen, über Landesfördermittel, im Rahmen des Aktionsprogramms ‚Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche‘ aufstocken“. Wie sieht die Personalsituation nach dem 01.01.2023 aus?

Mit freundlichen Grüßen

Eva-Maria Glathe-Braun
Stadträtin

Dr. Haydar Süslü
stv. Fraktionsvorsitzender

Anja Hirschel
Stadträtin