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Fluglärm über Mähringen dringend beschränken!

Bereits die Wehrmacht hatte im Tobeltal und auf dem Lerchenfeld einen Truppenübungsplatz eingerichtet, obwohl das Tobeltal Naturschutzgebiet ist. Seither leidet Mähringen mal mehr, mal weniger durch die Lärmbelästigung. Aktuell fliegen seit Monaten übende Hubschrauber sehr tief über die Wohnbebauung und das auch zu später Stunde. Ein eindrucksvolles Video hat ein Anwohner aufgenommen, das wir auf hier YouTube online gestellt haben und wir haben beim OB beantragt:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

dem Antrag der FWG-Fraktion, die Hubschrauberflüge der Bundeswehr über Mähringen zu prüfen, können wir uns nur anschließen. Sie hatten in Ihrer Antwort im November dargelegt, dass mit der Bundeswehr Vereinbarungen getroffen werden konnten, die den Fluglärm erheblich reduzieren und zeitlich einschränken sollen. So habe sich die Bundeswehr verpflichtet, die Einhaltung der Flugkorridore strenger zu überwachen und den Flugbetrieb in einem Korridor nördlich von Mähringen höchstens an zwei Werktagen pro Woche bis maximal 22 Uhr zu nutzen.

Aus Mähringen wird jedoch berichtet, dass die Flüge nach kurzzeitiger Beruhigung der Lärmbelastung wieder massiv zugenommen haben. So haben Anwohner:innen in den letzten Wochen beispielsweise folgende Flugzeiten protokolliert:

24.03. 22:05 – 23:25 Uhr
29.03. 22:15 – 22:45 Uhr
06.04. 21:40 – 23:00 Uhr
12.04. 22:15 – 22:45 Uhr
13.04. 21:00 – 22:00 Uhr: 29 Überflüge!
22:25 – 23:05 Uhr zwei Helikopter-„Rundflüge“
14.04. 21.23 – 22:40 Uhr
20.04. 19:30 – 22:45 Uhr
28.04 22:33 – 23:15 Uhr

Vorhandene Videos belegen eindeutig, sich die Hubschrauberpilot:innen keineswegs an den vorgegebenen Korridor nördlich von Mähringen halten und das am nordöstlichen Ortschaftsrand gelegene Wohngebiet sehr tief überfliegen. Ausgerechnet an dieser Stelle wächst Mähringen durch ein weiteres Neubaugebiet. Zum Helikopterlärm in den Nachtstunden kommt der Flugbetrieb am Tag, der für die Familien sehr unangenehm ist. Insbesondere für die Kinder im derzeitigen home schooling ist es keinesfalls förderlich!

Schaut man sich die Situation auf der Landkarte an, so versteht Zivilist:innen nicht, weshalb die Bundeswehr nicht wenigstens nördlich von Mähringen in direkter West-Ost-Linie das Lerchenfeld anfliegen kann, ohne bewohntes Gebiet direkt zu überfliegen. Die Ausbildung der Pilot:innen, einen Zielpunkt anzufliegen und dort das kurze Aufsetzen oder das Ablegen von Außenlasten zu üben, scheint wenig erfolgreich zu sein, wenn die vereinbarten Flugkorridore so massiv missachtet werden. Wir bitten Sie, diesen Sachverhalt dringend mit der Bundeswehr, gegebenenfalls auch an höherer Stelle zu diskutieren.

Des Weiteren beantragen wir, die Belastung der Mähringer:innen durch eine qualifizierte Messung der Dezibel- und ebenfalls der Feinstaubwerte zu kontrollieren.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Ansbacher
Fraktionsvorsitzender

Dorothee Kühne
Stadträtin