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Antrag: Mehr Frauen in der Wohnungslosigkeit

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

in der Wohnungslosenhilfe wird seit einiger Zeit festgestellt, dass mehr Frauen Hilfe suchen. Konnte bisher davon ausgegangen werden, dass 2/3 Männer und 1/3 Frauen sich in der Wohnungslosigkeit befinden, wird der Anteil der Frauen höher.

Frauen in der Wohnungslosigkeit sind besonderen Gefahren ausgesetzt, das betrifft

Gewalt und sexuelle Übergriffe: Frauen sind auf der Straße oder in Unterkünften kaum sicher und häufig Opfer von sexueller Belästigung, Vergewaltigung und physischer Gewalt.

Verdeckte Obdachlosigkeit: Um die Straße zu meiden, übernachten Frauen oft bei wechselnden Bekannten (oft Männern). Dies führt zu großer Abhängigkeit, Ausbeutung, Prostitution und der Gefahr, erneut verdrängt zu werden.

Gesundheitliche Risiken: Fehlende Rückzugsorte, erschwerter Zugang zu Hygieneeinrichtungen und Körperpflege sowie unzureichende Gesundheitsversorgung verschlechtern den körperlichen und psychischen Zustand rapide.

 

Gewalt als Ursache: In vielen Fällen ist häusliche Gewalt der Grund für den Wohnungsverlust, wodurch Frauen direkt aus einer Gefahrensituation in die nächste (Obdachlosigkeit) geraten.

In Ulm gibt es seit Jahren Initiativen, gerade die Plätze für wohnungslose Frauen in den Hilfsangeboten zu erhöhen. Es wurden von den Trägern Plätze geschaffen, doch diese reichen in der gegenwärtigen Situation nicht aus. Die Träger versuchen sehr praktisch Hilfe zu leisten, um keine Frau abweisen zu müssen. Allerdings kann das dieses strukturelle Problem nicht lösen.

 

Wir beantragen:

– mit den Trägern der Wohnungslosenhilfe kurzfristig Lösungen zu erarbeiten, um mehr geeignete Plätze für wohnungslose Frauen zu schaffen.

– mittelfristig mit den Trägern ein Programm zu schaffen, dass auf die spezifischen Problemlagen von Frauen in der Wohnungslosigkeit Bezug nimmt

– Wohnungslose und von häuslicher Gewalt betroffene Frauen als besonders vulnerable Gruppe in der Wohnungsdebatte zu berücksichtigen

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Eva-Maria Glathe-Braun

Larissa Heusohn

Heike Veile-Selig

 

 

Antwort auf Antrag: Mehr Frauen in der Wohnungslosigkeit