Antrag: Graffiti am Lautenberg

8. Oktober 2026

Antrag: Graffiti am Lautenberg

8. Oktober 2026

interfraktioneller Antrag: Mit alternativen Lösungen zu mehr Stadtgrün

Foto: ecotrii GmbH

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der Klimawandel stellt Städte zunehmend vor die Herausforderung, öffentliche Räume an
häufigere und intensivere Hitzeperioden anzupassen. Auch in Ulm heizen sich stark
versiegelte und wenig begrünte Flächen an heißen Tagen erheblich auf und beeinträchtigen
das Mikroklima sowie die Aufenthaltsqualität.
Mehr Stadtgrün ist daher ein wichtiger Baustein einer klimaangepassten Stadtentwicklung.
Begrünung kann Schatten spenden, zur Kühlung beitragen, Staub binden, Lebensräume
schaffen und den öffentlichen Raum aufwerten. Bäume sollten dabei weiterhin Vorrang
haben, wo sie möglich und sinnvoll sind. An vielen Standorten verhindern jedoch Leitungen,
Kanalisation, Tiefgaragen, fehlender Wurzelraum oder enge Straßenräume eine klassische
Baumpflanzung. Für diese Bereiche braucht es ergänzende Lösungen.
Ecotrii oder ähnliche Begrünungssysteme könnten hierfür eine interessante Option darstellen,
sofern die technischen, ökologischen und gestalterischen Voraussetzungen am jeweiligen
Standort erfüllt sind. Solche Systeme tragen zur Verschattung, Verdunstung, Förderung der
Biodiversität, Verbesserung der Aufenthaltsqualität und zum Hitzeschutz bei.
Dabei geht es nicht darum, Bäume zu ersetzen, sondern um eine Ergänzung: Wo Bäume
möglich sind, sollen weiterhin Bäume gepflanzt werden. Wo dies nicht möglich ist, können
alternative Begrünungssysteme zum Einsatz kommen.
Ein Pilotprojekt könnte zeigen, welche Standorte geeignet sind und welchen tatsächlichen
Nutzen solche Lösungen bieten. Dabei sollten insbesondere die Klimawirkung, der
Wasserbedarf, der Pflegeaufwand, die Kosten, die Dauerhaftigkeit, die ökologische Wirkung
und die Akzeptanz untersucht werden.
Die Erprobung von Ecotrii oder vergleichbaren Lösungen kann in Ulm einen weiteren
konkreten Beitrag zu mehr Grün, Hitzeschutz, Biodiversität und Aufenthaltsqualität im
öffentlichen Raum leisten.

Deshalb beantragen wir:

1. Die Stadtverwaltung soll prüfen, welche öffentlichen Plätze, Straßenräume,
Aufenthaltsbereiche und sonstigen versiegelten Flächen in Ulm sich besonders für
eine zusätzliche Begrünung eignen, auf denen eine klassische Baumpflanzung
aufgrund von unterirdischen Leitungen, Kanälen, Platzverhältnissen, statischen
Anforderungen oder anderen Rahmenbedingungen nicht möglich ist. Insbesondere
sollen stark aufgeheizte und stark versiegelte Bereiche mit hoher Aufenthalts- oder
Fußgängerfrequenz berücksichtigt werden.

2. Für die Umsetzung der Maßnahmen soll die Stadtverwaltung prüfen, ob geeignete
Förderprogramme, beispielsweise im Bereich „Kommunaler Klimaschutz- und
Klimafolgenanpassung“ in Anspruch genommen werden können.

 

Mit freundlichen Grüßen

gez. Banu Cengiz Öner (Grüne Fraktion)
gez. Norbert Nolle (FWG-Fraktion)
gez. Winfried Walter (CDU-Fraktion)
gez. Martin Rivoir (SPD-Fraktion)
gez. Samy Wiltschek (kjt-Fraktion)